Anlage für "grüne" Industriegase und SNG gepla

22.04.2019

Firmenkonsortium aus ARGE Netz, MAN Energy Solutions und Vattenfall wollen im Industriepark Brunsbüttel mit „HySynGas“ Elektrolyseur und SNG-Anlage in industriellem Maßstab aufbauen/ Bewerbung als Reallabor

ARGE Netz, MAN Energy Solutions und Vattenfall wollen im Industriepark Brunsbüttel mit „HySynGas“ das weltweit erste industrielle Großprojekt zur Herstellung synthetischer Gase aufbauen. Die Anlage wird mit regionalem Strom aus erneuerbaren Energien grünen Wasserstoff und synthetisches Gas herstellen, um damit zum Beispiel Busse, Lkw und Schiffe anzutreiben sowie beim Einsatz in Gaskraftwerken und in der Industrie klimaschädliche CO2-Emissionen zu verringern. Damit bewerben sich die Partner auf ein Reallabor des Bundeswirtschaftsministeriums.

Man habe sich bewusst für den Industriepark Brunsbüttel als Standort entschieden, betonte Stephan Frense, Geschäftsführer der Erneuerbaren-Unternehmensgruppe ARGE Netz. Dr. Uwe Lauber, Vorstandsvorsitzender von MAN Energy Solutions, erklärte, dass die hier ansässigen Industriebetriebe den Wasserstoff abnehmen würden. Daraus hergestelltes Methan (SNG) solle in das deutsche Erdgasnetz eigespeist werden. Mit einem möglichen künftigen LNG-Terminal in Brunsbüttel ergebe sich außerdem perspektivisch die Möglichkeit, das angelandete Erdgas klimaschonend zu veredeln, also mit grünem synthetischem Gas aus Schleswig-Holstein zu vermengen und so einen Beitrag zur Dekarbonsierung des gesamten Erdgassystems zu leisten.

Oliver Weinmann, Geschäftsführer der Vattenfall Europe Innovation GmbH, erklärte: „Die aktuellen gesetzgeberischen Rahmenbedingungen erlauben derzeit keinen wirtschaftlichen Betrieb dieser Technik. Die Projektpartner ARGE Netz, MAN Energy Solutions und Vattenfall bewerben sich daher auf ein Reallabor des Bundeswirtschaftsministeriums. Das Reallabor muss nun die Möglichkeit schaffen, grüne Gase wirtschaftlich vor Ort und deutschlandweit ohne steuerliche Belastungen auf dem Strompreis nutzen zu dürfen. Zugleich wollen wir uns dafür einsetzen, die Anrechenbarkeit von grünem Wasserstoff bzw. grünem SNG im Transportsektor zu ermöglichen.“

In der Pressemitteilung heißt es weiter, die Partner wollten am Industriestandort Brunsbüttel einen Elektrolyseur zur Erzeugung von grünem Wasserstoff in industriellem Maßstab mit einem Leistungsvermögen von mindestens 50 Megawatt (MW) und eine Anlage zur Herstellung synthetischen Methans mit einer Leistung von mindestens 40 Tonnen pro Tag errichten.

 
 
 
 
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