Wärmewende mit Wassertanks und Grasschnitt-Pellets

12. Nov 2019

Innovative Lösungen zur Wärmewende bei der Veranstaltungsreihe "WWW Sektorkopplung" vorgestellt

Der Strombedarf Schleswig-Holsteins wird rechnerisch zu 150 % aus erneuerbaren Quellen gedeckt, der Wärmebedarf jedoch nur zu 14 %. Bei der jüngsten Veranstaltung der Reihe „Werkstatt Wissenschaft Wirtschaft – Praxis der Sektorkopplung“ in Kiel wurden deshalb innovative Bausteine der Wärmewende vorgestellt.

Eine einfache und relativ kostengünstige Lösung sind mit Wasser gefüllte Stahltanks mit Schwimmdecke. In diesem Projekt arbeitet Prof. Dr. Thorsten Urbaneck von der Technischen Universität Chemnitz mit dem Tank-Hersteller Fechtelkord & Eggersmann GmbH aus Nortorf zusammen.

Die unterirdische Speicherung von Wärme ist durch den geringen Flächenverbrauch vor allem in Städten interessant. Prof. Dr. Sebastian Bauer, Prof. Andreas Dahmke und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am Institut für Geowissenschaften der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel forschen an Erdwärmesondenspeichern, Aquifer-Wärmespeichern und der Wärmespeicherung in Spezialbeton, der in die Fundamente von Gebäuden integriert werden kann.

Das Potenzial der Wärmerückgewinnung aus städtischem Abwasser, vor allem aus Wäschereien und Schwimmbädern, stellte Prof. Dr. Ute Urban (Foto Mitte) von der Technischen Hochschule Lübeck dar. Falko Ender (Foto links) von den Entsorgungsbetrieben Lübeck (EBL) berichtete, dass bei der Sanierung eines Abwasserkanals entlang der Ratzeburger Allee Abwasser-Wärmetauscher eingebaut wurden. Zusätzliche kooperierte EBL mit einem Wohnungsbauunternehmen, das die Abwasserwärme nutzt, um die umliegenden Mehrfamilienhäuser zu beheizen.

Die Firma get|2|energy aus Kiel (Foto rechts: Florian Burmeister) entwickelt Wärmeversorgungskonzepte auf der Basis von Biomasse und hat dazu bei Rendsburg die europaweit einzige Anlage zur Herstellung von Brennstoff-Pellets aus Grünschnitt entwickelt. Dazu verwendet sie ausschließlich Gras von Straßenrändern, Landwirtschafts- und Naturschutzflächen, das nicht als Tierfutter verwendet werden kann und deshalb keine Flächenkonkurrenz zu Nahrungs- und Energiepflanzen darstellt.

Die „Werkstatt Wissenschaft Wirtschaft“ ist eine gemeinsame Veranstaltung des Kompetenzzentrums Erneuerbare Energien und Klimaschutz Schleswig-Holstein (EEK.SH), der Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein (EE.SH), der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) und von vier regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaften.

Lesen Sie mehr in unserer Pressemitteilung "Wärmewendemit Erdwärme und Wassertanks".

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