Tagung des Westküstenbeirats: Land präsentiert Konzept der „zuschaltbaren Lasten“

20.04.2016

Bei Netzengpässen soll Windenergie in Speicher eingespeist, in Wärme umgewandelt oder es sollen flexible Verbraucher zugeschaltet werden.

Bei einem Überangebot an regenerativem Strom werden besonders an der Westküste viele Windkraftanlagen abgeregelt. Während der 9. Tagung des Westküsten-Beirats im Gewerbepark GreenTEC-Campus in Enge-Sande stellten Energiewende-Staatssekretärin Dr. Ingrid Nestle und Wirtschafts-Staatssekretär Dr. Frank Nägele ein Konzept vor, wie regenerativer Strom in solchen Fällen sinnvoll genutzt werden kann. „Unser sogenanntes Konzept der zuschaltbaren Lasten bedeutet im Kern: Es sollen in Zukunft bei Netzengpässen Wärme-, Industrie- und Speicheranlagen zugeschaltet statt Windanlagen abgeschaltet werden – also Prozesswärme in der Industrie, Speicher- oder Heizwärmenutzung“, erläuterte Nestle. Das sei gerade an der Westküste interessant, weil hier das Stromangebot groß sei und es insbesondere in den Industrieschwerpunkten Brunsbüttel und Hamburg große Verbraucherlasten gebe.

Nach den Worten von Wirtschafts-Staatssekretär Dr. Frank Nägele werde das Konzept zur verbesserten Wertschöpfung beitragen, eine bessere Integration der Windenergie und damit auch neue Perspektiven für die Windbranche insgesamt nach sich ziehen. Zudem liefere das Vorhaben laut Staatssekretärin Nestle Erfahrungswerte, die für den weiteren Fortgang der Energiewende sehr wertvoll sein werden.

Weitere Thermen der Tagung des Westküstenbeirats waren die Projekte, die mit Hilfe von Fördergeldern in den kommenden Jahren in der Region der Kreise Nordfriesland, Dithmarschen, Steinburg und Pinneberg umgesetzt werden können. „Aus einem EU-Sonderprogramm stehen der Region in den kommenden Jahren rund 30 Millionen Euro zur Verfügung, die unter anderem in die Tourismus- und Energiekompetenzregion Westküste investiert werden können – wir haben also kraftvolle Perspektiven“, sagte Dr. Nägele. Mit Blick auf die Bewerbungen um Geld aus dem EU-Sonderprogramm ITI (Integrierte Territoriale Investition) kündigte Nägele an, dass der Westküstenbeirat noch vor den Sommerferien über Projekte entscheiden werde. Daneben werde die Region aber auch von allen Förderprogrammen des Landes weiter partizipieren können.

Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie Schleswig-Holstein: „Tagung des Westküstenbeirats in Enge-Sande - Landpräsentiert neues Konzept gegen zwangsweise Abregelung von Windenergieanlagen“.

 
 
 
 
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