Die Energiewende in der Werkshalle

14.03.2017

Die Energiewende in der Werkshalle

EE.SH stellt Eigenverbrauchskonzepte am Beispiel der Firma WULFF MED TEC aus Fedderingen (Dithmarschen) vor - mit PV-Anlagen und Batteriespeichern im Frühjahr schon 100 Prozent EE-Versorgung erreichbar

Wie können Betriebsinhaber mit Photovoltaik-Anlagen und Batteriespeichern eine ganze Werkshalle mit erneuerbarem Strom versorgen, Stromsteuer sparen und einen Beitrag zur Energiewende leisten? Darum ging es während der EE-Werkstatt „Produzieren mit erneuerbaren Energien“, organisiert von der Netzwerkagentur Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein (EE.SH). Gastgeber war die Firma WULFF MED TEC in Fedderingen (Kreis Dithmarschen, Schleswig-Holstein), Hersteller von Matratzen für Kliniken und den privaten Gebrauch.

Firmengründer und Seniorchef Hinrich Wulff hat sich zum Ziel gesetzt, den Energiebedarf seines Betriebs komplett aus erneuerbaren Quellen zu decken. Mit Solarpaneelen, Speichern und Luft-Wärmepumpen wird die Werkshalle der Firma Wulff schon jetzt im Frühjahr komplett mit Solarstrom versorgt, nur im Winter muss Strom dazu gekauft werden. Das Eigenverbrauchskonzept für die Firma Wulff hat das Planungsbüro RECASE aus Busdorf bei Schleswig ausgearbeitet. Jan Schmitz von RECASE berichtete von Plänen für eine weitere Optimierung des Konzepts, zum Beispiel mit einem Langzeitwärmespeicher, um an sonnenreichen Tagen mehr Energie aufnehmen zu können.

Einer der Batteriespeicher in der Firma Wulff ist Teil eines virtuellen Kraftwerks. Die bayerische Herstellerfirma „Sonnen“ verbindet die Speicherbatterien ihrer Kunden deutschlandweit zu einem Netzwerk und be- und entlädt sie von einer zentralen Leitwarte aus je nach regionalem Bedarf.

Die viel kritisierte doppelte Belastung von zwischengespeichertem Strom mit der EEG-Umlage wurde zu Beginn des Jahres abgeschafft. Bei der Nutzung von Speichern im Rahmen von Eigenverbrauchskonzepten fällt für den eingespeicherten Strom in dem Umfang keine EEG-Umlage mehr an, wie diese für den ausgespeicherten Strom entrichtet wird. Dies erklärte Professor Dr. Christian Buchmüller, Experte für Energierecht an der Fachhochschule Westküste in Heide.

Eine Eigenversorgung mit Windstrom ist zurzeit auch deshalb kaum möglich, weil der Windstrom in der Regel direkt auf die Mittelspannungsebene umgespannt und abtransportiert wird. Jan-Peter Ehlers vom Ingenieurbüro Ehlers stellte eine Möglichkeit vor, mit Hilfe von Leistungselektronik einen Verbraucher direkt mit dem Windparknetz zu verbinden, um Eigenverbrauchskonzepte auch für Windenergieanlagenbetreiber umsetzen zu können.

Fördermöglichkeiten für Energieeffizienz-Maßnahmen oder Innovationen im Bereich der erneuerbaren Energie präsentierten Erik Brauer von der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) und Jan Cornils von der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein (WT.SH)

Hier finden Sie die vollständige Pressemitteilung "Die Energiewende in der Werkshalle".

 
 
 
 
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